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o n l i n e

  1. 1 Einleitung
  2.  1.1 Hintergrund
  3.   1.1.1 Welche Informationen werden bereitgestellt?
  4.  1.2 Wissenschaftliche Bezeichnung
    1. 1.2.1 Taxonomie, Nomenklatur
    2. 1.2.2 Aufschlüsselung geschützter höherer Taxa in Arten
    3. 1.2.3 Nennung von Arten und Unterarten
  5. 1.3 Deutsche Namen
  6. 2 Erläuterungen zu den Schutzangaben
    1. 2.1 Status "besonders geschützt" und "streng geschützt"
    2. 2.2 Liste der in Deutschland streng geschützten heimischen Tier- und Pflanzenarten
    3. 2.3 Artenschutzregelungen
      1. 2.3.1 Bundesartenschutzverordnung
      2. 2.3.2 Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)
      3. 2.3.3 EG-Verordnung Nr. 338/97
      4. 2.3.4 EG-Vogelschutzrichtlinie
      5. 2.3.5 EG-Richtlinie Flora-Fauna-Habitat (FFH-Richtlinie)
    4. 2.4 Fußnoten und Textzusätze
    5. 2.5 Schutzdatenhistorie
  7. 3 Taxonomische Referenzwerke
  8. 4 Disclaimer
  9. 5 Technische Details
  10. 6 Abkürzungen

 

 

WISIA-online - eine Übersicht

Bitte beachten: Teile dieser Einleitung sind veraltet.
Eine Überarbeitung findet derzeit statt und wird in Kürze online sein.

 1 Einleitung 

 1.1 Hintergrund

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) stellt seit Januar 2001 mit dem Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz (WISIA-online) eine Datenbank der nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützten und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten im Internet bereit. Seitdem sind in dieser Datenbank wesentliche für den Artenschutz relevante Daten zu Nomenklatur und Schutz von Tieren und Pflanzen recherchierbar.

In der Folge wurde die Datenbank um eine Vielzahl von Informationen erweitert, an aktuelle Artenschutzentwicklungen angepasst und nutzerfreundlicher gestaltet.

Die Veröffentlichung durch WISIA-online stellt die Bekanntmachung der besonders geschützten und der streng geschützten Arten mit dem Zeitpunkt der jeweiligen Unterschutzstellung dar (§ 7 Abs. 4 BNatSchG).

Als Nutzer erhalten Sie eine schnelle Antwort darüber, ob und seit wann ein Tier oder eine Pflanze nach den in Deutschland geltenden Artenschutzregelungen geschützt ist.

 1.1.1 Welche Informationen werden bereitgestellt?

Entsprechend ihrem Zweck liefert WISIA-online aktuelle Informationen zu Taxonomie, Nomenklatur und Schutz jeder geschützten Art. Im Einzelnen führt eine Anfrage in WISIA-online zu einer Trefferanzeige mit folgenden Angaben:

Weitere Informationsquellen

Informationen zur Verbreitung für in Deutschland vorkommende Pflanzenarten finden Sie unter www.floraweb.de - einem weiteren Internetangebot des Bundesamtes für Naturschutz.

Steckbriefe zu den in Deutschland vorkommenden Arten der FFH-Richtlinie (Anhang IV) mit Informationen zur Bewirtschaftung und Pflege ihrer Lebensräume finden Sie im BfN-Internethandbuch zu den Arten der FFH-Richtlinie Anhang IV unter folgender Internetadresse http://www.ffh-anhang4.bfn.de

Informationen zum Vollzug der artenschutzrechtlichen Bestimmungen finden sie auf der BfN-Website unter folgendem Link http://www.bfn.de/0305_regelungen.html.

Eine vollständige Zusammenstellung aller Tierarten, für deren Import in die Europäische Gemeinschaft über die allgemeinen Regelungen der EG-VO Nr. 338/97 hinaus Einzelentscheidungen getroffen wurden (ZEET), ist über die BfN-Website mit folgendem Link http://www.bfn.de/0501_zeet.html oder unter www.zeet.de direkt einsehbar.

 1.2 Wissenschaftliche Bezeichnung

 1.2.1 Taxonomie, Nomenklatur

Grundlage für die Artaufschlüsselung der in den Artenschutzregelungen enthaltenen höheren Taxa und für die Bezeichnung der wissenschaftlichen Artnamen sind die international und national festgelegten taxonomischen Referenzwerke. In WISIA-online sind auch Synonyme (nicht anerkannte wissenschaftliche Namen) und Schreibvarianten verfügbar. Diese erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 1.2.2 Aufschlüsselung geschützter höherer Taxa in Arten

Sowohl die EG-Verordnung, das WA als auch die BArtSchV stellen zum Teil gesamte Familien oder auch Ordnungen unter Schutz. Grundsätzlich wurden diese höheren Taxa in WISIA-online bis zur Artebene aufgeschlüsselt.

Von der grundsätzlichen Aufschlüsselung der geschützten höheren Taxa in ihre Arten wurde in folgenden Fällen abgewichen:

 1.2.3 Nennung von Arten und Unterarten

In WISIA werden zu den geschützten Taxa alle bekannten Gattungen und Arten genannt, sofern diese nach den in Punkt 2.3 aufgeführten Artenschutzregelungen als geschützt gelten.

Nicht genannt werden dagegen solche Gattungen und Arten, deren heimische Arten ausschließlich vom Bundesjagdgesetz (BJagdG) bzw. von der Bundeswildschutzverordnung (BWildSchV) erfasst werden (Beispiel: Dachs, Meles meles).

Unterarten werden in WISIA-online nur dann aufgeführt, wenn diese auch über einen eigenen Schutzeintrag verfügen. Eine vollständige Nennung der Unterarten erfolgt nicht.

 1.3 Deutsche Namen

Deutsche Namen sind nicht zu jedem Art- bzw. Gattungsnamen bekannt oder gebräuchlich. Auf jeden Fall wurden diejenigen deutschen Bezeichnungen in WISIA-online aufgenommen, die in den aktuellen Artenschutzregelungen aufgeführt sind. In einigen Fällen waren hierbei Korrekturen erforderlich. Zusätzlich sind weitere in WISIA vorhandene deutsche Bezeichnungen angegeben. Eine vollständige Aufnahme aller verfügbaren deutschen Namen wurde nicht angestrebt.

Die deutschen Namen sind lediglich als zusätzliche Orientierungshilfe zu verstehen, da sie nicht immer eindeutig sind und keine wissenschaftliche oder gesetzliche Verbindlichkeit besitzen. So kann z.B. die deutsche Bezeichnung "Hornvogel" für drei verschiedene Taxa verwendet werden. Ausschlaggebend für den Schutz ist in jedem Fall die wissenschaftliche Bezeichnung eines Taxons.

 2 Erläuterungen zu den Schutzangaben

 2.1 Status "besonders geschützt" und "streng geschützt"

In dieser Spalte ist der Schutzstatus eines Taxons (b = besonders geschützt; s = streng geschützt) gemäß §7 Abs. 2 Nr. 13 und 14 BNatSchG angegeben.

Falls von einer in Abschnitt 1.2.2 erläuterten Gattungs-Eintragung sowohl Arten mit besonderem als auch mit strengem Schutzstatus betroffen sind, ist Folgendes zu beachten: Ein in WISIA-online nicht aufgeführter Artname, der einer derartigen Gattung zugeordnet werden kann, muss zunächst (eventuell durch einen Spezialisten) eindeutig als Synonym oder als neuer Name identifiziert werden, bevor er einer der beiden Schutzkategorien zugewiesen werden kann.

 2.2 Liste der in Deutschland streng geschützten heimischen Tier- und Pflanzenarten

Aufgrund der besonderen naturschutzrechtlichen und -fachlichen Bedeutung der gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG streng geschützten heimischen Arten werden diese Taxa zusätzlich zu den bisher in WISIA-online recherchierbaren Informationen noch in Listenform zur Verfügung gestellt. Die tabellarische Übersicht enthält die wissenschaftliche Bezeichnung, den deutschen Namen sowie die Familienzuordnung.

 2.3 Artenschutzregelungen

WISIA-online enthält für alle Taxa die jeweils aktuellen Schutzinformationen nach folgenden Regelwerken:

Washingtoner Artenschutzübereinkommen, EG-Verordnung Nr. 338/97, EG-Vogelschutzrichtlinie, EG-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat (FFH-Richtlinie), Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz.

Auf jeden Fall sind alle Informationen zu den Anhängen in WISIA-online enthalten, die einen besonderen und strengen Schutz begründen.

Neben den Anhängen oder Anlagen der Artenschutzregelwerke werden auch Fußnotenangaben oder Erläuterungen, die Aussagen zum Schutzumfang machen, dargestellt. Ist eine Art in mehreren Artenschutzregelungen erfasst, werden alle entsprechenden Artenschutzregelungen gezeigt.

Auf folgende rechtliche Verpflichtungen wird summarisch hingewiesen:

Zu den einzelnen Anwendungsbereichen wird auf die überarbeiteten "Vollzugshinweise zum Artenschutzrecht" verwiesen, die auf der BfN-Homepage unter www.bfn.de/0305_vollzugshinweise.html zur Verfügung gestellt werden.

 2.3.1 Bundesartenschutzverordnung

Auf Grundlage von §54 Abs. 2 BNatSchG wurden für eine Reihe heimischer Arten besondere Schutzbestimmungen auf nationaler Ebene erlassen. Die betreffenden Arten sind in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung enthalten und dort als besonders oder als streng geschützt gekennzeichnet.

 2.3.2 Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species, CITES ) listet in seinen Anhängen I, II und III rund 5.000 Tier- und mehr als 29.000 Pflanzenarten. Durch die EG-Verordnung Nr. 338/97 wird dieses internationale Abkommen in europäisches und damit auch deutsches Recht umgesetzt.

Für einzelne Arten treten Änderungen des Schutzes zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft. Diese Informationen zur veränderten Gültigsetzung sind in einer Fußnote bei diesen Arten genannt.

Die letzten Änderungen der Anhänge sind am 12.06.2013 in Kraft getreten. Sie sind auf der Homepage des CITES-Sekretariats unter http://www.cites.org/eng/app/appendices.php einsehbar.

 2.3.3 EG-Verordnung Nr. 338/97

Die EG-Verordnung Nr. 338/97 (EG-VO) setzt das WA unmittelbar in deutsches Recht um. Alle vier Anhänge (A bis D) dieser Verordnung sind in WISIA-online erfasst und stehen für Recherchen zur Verfügung. Änderungen der Anhänge des WA treten rechtsverbindlich für die EU erst durch eine Änderung der VO (EG) Nr. 338/97 in Kraft. In der Regel dürfen die hier aufgeführten Arten nicht oder nur mit einem CITES-Dokument ein- und ausgeführt werden. Zuständig für die Ausstellung einer solchen Genehmigung oder Bescheinigung beim grenzüberschreitenden Verkehr mit Drittstaaten, d.h. nicht Mitgliedstaaten der EU, ist das Bundesamt für Naturschutz. Nähere Informationen zum Genehmigungsbereich können Sie der BfN Homepage www.bfn.de unter Themen/CITES entnehmen.

 2.3.4 EG-Vogelschutzrichtlinie

Alle europäischen Vogelarten im Sinne von Art. 1 Abs. 1 der Vogelschutzrichtlinie (Stand 30.11.2009) sind grundsätzlich besonders geschützte Arten im Sinne des BNatSchG. Der Schutz einer Art umfasst auch alle Unterarten, selbst dann, wenn die betreffende Unterart nicht in der EU vorkommt. In WISIA-online sind sie in der Spalte "VSR" mit Anhang "Art.1" gekennzeichnet.
Als "europäisch" im Sinne von Art. 1 Abs. 1 der Vogelschutzrichtlinie gelten alle Arten, die im Gebiet der Mitgliedstaaten natürlicherweise wild lebend vorkommen (§7 Abs. 2 Nr. 12 BNatSchG, Fassung vom 29.7.2009). Eine Referenzliste dieser Arten wurde von der EU-Kommission mit Stand Juni 1999 unter der Adresse http://ec.europa.eu/environment/nature/conservation/wildbirds/eu_species/index_en.htm (letztes update 04/07/2013) im Internet veröffentlicht.

Bitte beachten Sie, dass die Vogelarten auf dieser Liste nicht gleichzusetzen sind mit „heimischen Arten“ im Sinne von §7 Abs.2 Nr.7 BNatSchG.

Eine ebenfalls dort aufgeführte "List of introduced species" umfasst 15 Arten (Neozoen), die nach Auffassung der Europäischen Kommission als in der EU eingebürgert anzusehen sind. Sie gelten damit aber nicht als "europäische" Arten im Sinne der Vogelschutzrichtlinie und somit auch nicht als "besonders geschützt" gemäß BNatSchG.

 2.3.5 EG-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat (FFH-Richtlinie)

Nur die in Anhang IV aufgeführten Arten der FFH-Richtlinie gelten nach BNatSchG §7 Abs. 2 Nr. 13 und 14 (in der Fassung vom 29.7.2009, BGBl. I S. 2574) als besonders und streng geschützt. In WISIA-online sind die in den Anhängen II und IV genannten Arten der FFH-Richtlinie entsprechend der Veröffentlichung Richtlinie EG 2013/17 des Rates vom 13.05.2013, in Kraft getreten am 10.06.2013, recherchierbar.

Bestimmte Arten des Anhang IV der FFH-Richtlinie werden in der Anlage 2 BArtSchV aufgeführt mit der Folge, dass gezüchtete Tiere (Alopex lagopus - Eisfuchs) oder künstlich vermehrte Pflanzen der aufgeführten Arten weder den Besitz- und Vermarktungsverboten noch den Verpflichtungen nach der BArtSchV unterliegen (§ 2 Abs. 3 Nr. 2 BArtSchV).

 2.4 Fußnoten und Textzusätze

Sowohl die BArtSchV als auch die EG-VO schränken in vielen Fällen den Schutzumfang von Arten oder Gattungen durch Fußnoten und Textzusätze ein. Diese wurden in WISIA-online aufgenommen und soweit möglich in Originalform abgebildet. Die Fußnote erscheint als Ziffer oder Symbol neben dem Anhang des Regelwerkes (z.B. 1), T15).

In wenigen Einzelfällen wurden zum besseren Verständnis für den Nutzer Erläuterungen geschaffen. Diese Erläuterungen beginnen mit dem Anfangsbuchstaben des Regelwerkes, auf dessen Inhalt sie sich beziehen (W für Washingtoner Artenschutzübereinkommen, E für EG-Verordnung 338/97).

Zur richtigen Interpretation des gesetzlichen Schutzstatus ist es wichtig, diese Zusatzinformationen zu einem Taxon zu beachten. Beispiel: Bei der Art Loxodonta africana werden die Populationen Botswanas, Namibias, Südafrikas und Simbabwes nur nach Anhang B der EG-Verordnung behandelt, wenn die jeweiligen Bedingungen der Fußnote erfüllt sind.

 2.5 Schutzdatenhistorie

Grundsätzlich wird bei einer Abfrage nach einem bestimmten Taxon in WISIA-online der aktuelle Schutzstatus dieses Taxons gemäß den zum Zeitpunkt des letzten Updates geltenden Regelwerken gezeigt. Darüber hinaus werden Informationen zur historischen Entwicklung des Schutzstatus der betreffenden Art zur Verfügung gestellt. Während die Informationen in den Artsteckbriefen in Kurzform die jeweiligen Schutzdaten aufführen, kann über einen Link im Artsteckbrief die "Historie der Regelwerke" als tabellarische Übersicht, gegliedert nach dem jeweiligem Datum des Inkrafttretens der Bestimmungen und der genauen Fundstelle (z.B. BGBl I v. 23.12.1976, S. 3573 für die erste Fassung des Bundesnaturschutzgesetzes), abgerufen werden.

Seit der am 4.4.2002 in Kraft getretenen Novelle des BNatSchG knüpfen die Nachweispflichten des § 46 BNatSchG an den Zeitpunkt der Unterschutzstellung und an die Aufnahme in den besonderen Schutz an, vergleichbare Regelungen bestanden jedoch auch im Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung von 1987 (dort: § 22 BNatSchG) bzw. in der Bundesartenschutzverordnung von 1980 (dort: § 3 BArtSchV). Die Veröffentlichung durch WISIA-online stellt die Bekanntmachung der besonders geschützten und der streng geschützten Arten mit dem Zeitpunkt der jeweiligen Unterschutzstellung dar, § 7 Abs. 4 BNatSchG. Den Unterschutzstellungsinformationen zu den Arten oder anderen taxonomischen Gruppen wurden die entsprechenden Schutzdaten hinzugefügt. Dabei sind folgende Daten zu unterscheiden:

Erstlistung:

Damit ("geschützt seit ... nach ...") wird darüber informiert, seit wann eine Art oder andere taxonomische Gruppe erstmals in einem rechtlich bindenden Regelwerk (WA, EG-VO, BArtSchV, BNatSchG mit Verweis auf Anhang IV FFH, VSR) gelistet und/oder unter Schutz gestellt wurde.

So kann - für die Zwecke des § 46 BNatSchG - recherchiert werden, ab wann Dokumente für die Einfuhr eines bestimmten Exemplars erforderlich waren. Allerdings kann WISIA-online nur die Information zum Schutzdatum geben. Nähere Angaben zu den notwendigen Dokumenten ist den jeweils für den Einfuhrzeitpunkt gültigen Vorschriften zu entnehmen. Beispielhaft sei für die dem WA unterliegenden Arten - ohne Berücksichtigung von Ausnahmen - auf folgende Regelwerke und Dokumentenerfordernisse für die Einfuhr in die BRD hingewiesen:

Zeitraum 20.6.1976 bis 1.1.1984:

Geltung des WA i.V.m. Gesetz zum WA (GWA) vom 22. Mai 1975 (BGBl. II S. 733)
  für Anhang I WA: WA-Ausfuhrdokument und Einfuhrgenehmigung
  für Anhang II WA: WA-Ausfuhrdokument (Nachweis durch Registrierbestätigung
des jeweils zuständigen Bundesamtes).

Zeitraum 1.1.1984 bis 1.6.1997:

VO (EWG) Nr. 3626/82 i.V.m. VO (EWG) Nr. 3418/83
  für Anhang I WA: WA-Ausfuhrdokument und Einfuhrgenehmigung;
  für Anhang II WA: WA-Ausfuhrdokument und Einfuhrbescheinigung.

Achtung: soweit die Arten zusätzlich nach Anhang C Teil 1 oder Teil 2 der VO (EWG) Nr. 3626/82 geschützt waren, war eine Einfuhrgenehmigung erforderlich. In WISIA-online werden die C 2-Arten nicht gesondert ausgewiesen; die Listung nach C 1 wird im Rahmen des Höchstschutzes erwähnt.

Zeitraum seit 1.6.1997:

VO (EG) Nr. 338/97 als aktuell gültiges Regelwerk.
  für Anhang A und B: Einfuhrgenehmigung
  für Anhang C und D: Einfuhrmeldung

Höchstschutz:

Unter Höchstschutz ist in diesem Zusammenhang der Schutz von Exemplaren nach Anhang I WA, C Teil 1 der VO (EWG) Nr. 3626/82 bzw. nach Anhang A der VO (EG) Nr. 338/97 zu verstehen, wobei als Datum der früheste Zeitpunkt des Schutzes nach einem der drei Regelwerke aufgeführt wird. Das Datum ist erforderlich, um entscheiden zu können, ob eine EG-Vermarktungsgenehmigung unter den Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 Buchstabe a) VO (EG) Nr. 338/97 erteilt werden kann.

Beispiel 1: Ein Mantel aus Ozelotfell wurde 1975 erworben. Die Art Leopardus pardalis wird erst seit dem 18.1.1990 nach Anhang I WA geschützt, so dass das Ozelotfell vor Höchstschutz erworben wurde und daher eine EG-Vermarktungsgenehmigung erteilt werden kann.

Beispiel 2: Ein Mantel aus Ozelotfell wurde im Jahr 1985 erworben. Die Art war seit 1977 in Anh. II WA aufgeführt. Seit 1984 bestand für die Arten der Anhänge I und II WA bei der Vermarktung die Nachweispflicht in Form der alten "CITES-Bescheinigung" (Art. 29 VO (EWG) Nr. 3418/83). Auch in diesem Fall kann auf der Grundlage von Art. 8 Abs. 3 a) eine EG-Vermarktungsgenehmigung erteilt werden, der Nachweis des legalen Erwerbs sollte jedoch grundsätzlich mit der o.g. Bescheinigung geführt werden.

Besonders geschützt nach BNatSchG:

Wie bereits oben dargelegt, folgen aus dem rechtlichen Terminus "besonderer Schutz" besondere Verpflichtungen. Das Datum der Unterschutzstellung als "besonders geschützte Art " richtet sich nach dem nationalen Recht (BNatSchG, BArtSchV).

Das Datum der Unterschutzstellung als "besonders geschützte Art" ist insbesondere für sog. "Altbesitz" von besonderer Bedeutung.

Folgende Änderungen des nationalen Rechts sind für den "besonderen Schutz" zu berücksichtigen:

In den Gesetzesfassungen, die den beiden erstgenannten Stichtagen zu Grunde liegen, ist die Nennung der maßgeblichen Regelwerke in § 1 BArtSchV (1980) bzw. § 20 a BNatSchG (1987) der jeweiligen Altfassung eine sog. statische Verweisung. Das bedeutet, dass nur die Arten, die zum jeweiligen Stichtag in einem der Anhänge erfasst waren, "besonders geschützt" i.S.d. Nachweispflicht waren. Arten, die zwischen diesen Terminen neu in die Anhänge aufgenommen wurden, erhielten den Status "besonders geschützt" erst zum nächstfolgenden Stichtag. Ab dem 9.5.1998 handelt es sich um sog. gleitende oder dynamische Verweise. Das bedeutet, dass das Datum der Aufnahme in dem jeweiligen Anhang (z.B. Anhang B der EG-VO) gleichzeitig das Datum war, ab dem die Art den Status "besonders geschützt" nach dem BNatSchG erhielt. Daher wird bei Listung in der EG-VO nach diesem Datum nur das Erstlistungsdatum angegeben.

Beispiel 1: Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) zählt in Deutschland mit Wirkung vom 20.6.1976 als in den Anhang II des WA aufgenommen. Die BArtSchV ist am 31.8.1980 in Kraft getreten. Sie bezieht sich auf die Anhänge I und II des WA in der Fassung der Zweiten Verordnung zur Änderung der Anhänge I und II vom 21. Juni 1979 (BGBl. II S. 711ff und 1080). Damit ergibt sich für die Griechische Landschildkröte als Datum der Unterschutzstellung als besonders geschützte Art i.S.d. § 49 BNatSchG der 31.8.1980.

Beispiel 2:Der Graupapagei (Psittacus erithacus) wurde erst auf der 3. Vertragsstaaten-Konferenz im Jahr 1981 in Anh. II WA aufgenommen. Da diese Aufnahme nach dem 31.8.1980 erfolgte (statische Regelung), gilt der Graupapagei erst seit dem 1.1.1987 als besonders geschützte Art i.S.d. Nachweispflichten des § 46 BNatSchG (§ 49 alte Fassung).

Beispiel 3:Die Plattschwanzgeckos - Uroplatus spp. - wurden mit Wirkung vom 22.8.2005 in Anhang B der VO (EG) Nr. 338/97 aufgenommen. Da es sich bei dem Verweis aus dem BNatSchG 2002 um einen dynamischen Verweis handelt, gilt die Art ab dem 22.8.2005 als "besonders geschützt".

Eine Besonderheit gilt in Bezug auf die Nachweispflicht in den neuen Bundesländern: Abweichend von den genannten Unterschutzstellungsdaten gilt für die neuen Bundesländer frühestens der 1. Juli 1990 als Zeitpunkt der erstmaligen Unterschutzstellung, da zu diesem Stichtag das Umweltrahmengesetz in Kraft trat. Nachrichtlich wird darauf hingewiesen, dass das WA in der ehemaligen DDR bereits am 7. Januar 1976 in Kraft trat.

 3 Taxonomische Referenzwerke

Die für WISIA-online verwendete Standardnomenklatur richtet sich nach international und national für die gesetzlichen Regelwerke verbindlich festgelegten taxonomischen Referenzwerken.

Für alle Arten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) und somit indirekt auch weitgehend für die Arten der EG-VO Nr. 338/97 werden diese durch Resolution Conf. 12.11 (Rev. CoP16) festgelegt und sind auf der CITES-Homepage unter http://www.cites.org/eng/res/12/12-11R16.php einseh- und ausdruckbar.

Für die Arten der Bundesartenschutzverordnung werden die entsprechenden Referenzwerke in den Erläuterungen zu Anlage 1 gelistet.

Eine Referenzliste der Arten der EG-Vogelschutzrichtlinie wird auf den Internetseiten der Europäischen Kommission unter http://ec.europa.eu/environment/nature/conservation/wildbirds/eu_species/index_en.htm zur Verfügung gestellt.

Für die FFH-Richtlinie gibt es vom Gesetzgeber keine verbindlich genannten Referenzwerke. Das Bundesamt für Naturschutz stützt sich in taxonomischen Bewertungen auf die bereits international und national bestehenden Referenzwerke und hat darüber hinaus für Einzelbewertungen zusätzliche Referenzen festgelegt.

 4 Disclaimer

Die Informationen in WISIA-online wurden nach bestem Wissen auf Basis der aktuell verfügbaren Referenzen aufbereitet. Das Internetangebot WISIA-online dient als Hilfsmittel zur Ermittlung des vom Gesetzgeber festgelegten Schutzumfangs; verbindlich sind im Zweifelsfall die betreffenden Gesetzestexte und ihre Anhänge!

 5 Technische Details

WISIA-online wurde optimiert für den Internetexplorer ab Version 5 und Mozilla/Firefox. Javascript muss aktiviert sein.

Die technische Basis bilden eine Serverfarm von IBM, wobei einzelne Server zur Übernahme von Teilaufgaben für WISIA-online optimiert wurden. Die Datenhaltung erfolgt in einer Oracle 10g Datenbank; die Web-Applikation basiert auf JAVA-Servlets und wird über die Servlet-Engine Tomcat in Verbindung mit dem Webserver Apache betrieben.

 6 Abkürzungen

Abkürzung

Text

WA, CITES

Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (Washingtoner Artenschutzübereinkommen) vom 3. März 1973 (BGBl. 1975 II S.777) in der Fassung der Änderung vom 22. Juni 1979 (BGBl. 1995 II S.771; englische Bezeichnung: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora = CITES)

EG-VO

Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels (ABl. EG Nr. L 61 S. 1 vom 3.3.1997), zuletzt geändert durch VO (EG) Nr. 750/2013 der Kommission vom 07.08.2013 - Amtsblatt der EU L212, S.1 ff

FFH

Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206/7 vom 22.7.1992) zuletzt geändert durch Richtlinie EG 2013/17 des Rates vom 13.05.2013 (anlässlich des EU-Beitritts Kroatiens zum 10.06.2013) –Amtsblatt der EU L 158, S. 193 ff. (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)

VSR

Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (ABl. EG Nr. L 103 vom 25.4.1979 S. 1 zuletzt geändert durch Richtlinie 2009/147 EG des Rates vom 30.11.2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (kodifizierte Fassung) Amtsblatt der EU L 20 vom 26.01.2010, S. 7 ff

 

BNatSchG, BG

Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege vom 29. Juli 2009, BGBl. I Nr. 51, S. 2542 ff

BArtSchV, BV

Anpassung der Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (Bundesartenschutzverordnung - BArtSchV) vom 21. Januar 2013 BGBl. I S. 95, Änderung des Artikel 10 des Gesetzes

BJagdG

Bundesjagdgesetz

BWildSchV

Bundeswildschutzverordnung

WISIA

Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz

FN

Fußnote (Einschränkung zum Schutz innerhalb eines Regelwerkes)

s

streng geschützt

b

besonders geschützt

spp.

Alle Arten eines höheren Taxons (z.B. Ordnung, Familie oder Gattung) sind betroffen.

BfN

Bundesamt für Naturschutz

Stand: 01.09.2020